Viele Hände pflegen das Weidmoos

Auch wenn die Renaturierungsarbeiten des LIFE-Projektes abgeschlossen sind, braucht das Weidmoos Jahr für Jahr ein gewisses Maß an sorgfältiger Pflege. Nur so kann das Vogelparadies in seiner aktuellen Form auf Dauer erhalten werden. Diese Pflegemaßnahmen werden von ortsansässigen Landwirten, von Mitgliedern des Torferneuerungsvereines, von Mitarbeitern der Gemeinde und der Jägerschaft durchgeführt. Koordiniert werden die Pflegemaßnahmen von der Schutzgebietsbetreuerin am Haus der Natur Elisabeth Ortner. Sie initiiert die Maßnahmen auf Basis der fachlichen Vorgaben des Managementplans. In enger Abstimmung mit dem Amt der Salzburger Landesregierung (Abteilung 5, Natur- und Umwelt, Gewerbe) stellt sie sicher, dass sich das Gebiet im Sinne der Vogelwelt entwickelt.

Mähen & mehr fürs Weidmoos

Damit die Streuwiesen und Schilfflächen nicht mit Gehölzen zuwachsen, ist ein regelmäßiges Mähen notwendig. Der Mahdtermin ist speziell auf die Bedürfnisse der Vogelarten im Weidmoos abgestimmt. Zahlreiche Landwirte aus der näheren Umgebung mähen die Wiesen alljährlich zwischen dem 15. Juli und Ende September. Insgesamt werden rund 30 Hektar Streuwiesen im Weidmoos regelmäßig genutzt. Die Maßnahmen zur Erhaltung des Weidmooses werden über den Vertragsnaturschutz (ÖPUL) gefördert.

Klar, Wiese ist nicht gleich Wiese. Aber Streuwiesen sind etwas ganz Besonderes: Sie werden nicht gedüngt und meistens nur im Spätherbst gemäht. Dadurch gehören sie zu den artenreichsten Lebensräumen in Mitteleuropa. Auf einer Fläche von 20 m² wachsen bis zu 100 Pflanzenarten. Vor allem solche Pflanzen, deren Lebensrhythmus mit dem Schnitt im Herbst harmoniert. Das sind zum Beispiel Spätblüher wie das Pfeifengras, viele Wiesenorchideen, der Dunkle Wiesenknopf, der Schwalbenwurz-Enzian oder der Teufelsabbiss. Dieser Pflanzenreichtum lockt auch viele gefährdete und geschützte Tierarten an. Vögel nutzen die Streuwiesen als Brutplatz. Aber auch Frösche, Heuschrecken, Schmetterlinge oder Wildbienen tummeln sich in diesen bunten, vielfältigen Lebensräumen. Übrigens: Im Salzburg-Wiki erfährt man alles Wissenswerte über Streuwiesen im Allgemeinen und über die Salzburger Streuwiesen.

© Ch. Ragger

Besonders nasse Standorte werden mit speziellen landwirtschaftlichen Geräten gepflegt, um das Wachsen von Gehölzen zu verhindern. In ausgewählten Bereichen schaffen Mitglieder des Torferneuerungsvereines mit Hilfe der alten Torffräse einmal jährlich gezielt offene Torfflächen. Dadurch werden die für die Blaukehlchen so wichtigen vegetationsfreien bzw. vegetationsarmen Bereiche langfristig erhalten. Da nicht überall auf diese Weise das Zuwachsen mit Gehölzen verhindert werden kann, werden immer wieder gezielt einzelne Bäume entnommen. Diese Arbeiten werden jeden Winter vom Torferneuerungsverein in Zusammenarbeit mit der örtlichen Jägerschaft durchgeführt.

Nur gemeinsam kann der offene Charakter des Weidmooses langfristig und nachhaltig erhalten werden!