In die nach dem Ende des Torfabbaus brachliegende
Landschaft ist mit unglaublicher Schnelligkeit die Natur zurückgekehrt.
Ein Mosaik aus Wasserflächen, Schilfbeständen und
Weidengebüsch hat sich entwickelt. Entstanden ist ein
faszinierender Lebensraum „aus zweiter Hand“,
der bereits wenige Jahre nach Einstellung des Torfabbaus zur
Heimat für viele seltene Vogelarten wurde.
In jenen Bereichen wo auch nach dem Ende
des Torfabbaues noch eine relativ mächtige Torfschicht erhalten
geblieben ist, hat sich bis heute noch kaum Vegetation angesiedelt.
Diese fast vegetationsfreien Flächen sind oft extremen Temperaturschwankungen
ausgesetzt. Trotzdem stellen sie für eine Reihe von Vogelarten
wie z.B. Flussregenpfeifer oder Schwarzkehlchen wichtige Lebensraumbereiche
dar.
Das Weidmoos wird durch eine Vielzahl
an stehenden Gewässern geprägt. Die Anstaumaßnahmen
im Rahmen des LIFE-Projektes haben Größe
und Vielfalt der Wasserflächen noch weiter erhöht.
Eine Reihe an Wasservögeln wie z.B. Zwergtaucher
oder Knäkenten finden hier ideale Lebensbedingungen.
Die Uferbereiche der Gewässer und die Schlickflächen
stellen wichtige Nahrungsflächen für durchziehende
Watvögel dar.
Die ausgedehnten Schilfbestände des
Weidmooses sind Brutgebiet der Rohrweihen. Sie bieten aber
auch verschiedenen Rohrsängern und einer Reihe von Wasservögeln
optimale Lebensbedingungen. Auch für Blaukehlchen bilden
sie einen wichtigen Bestandteil ihres Lebensraumes. Die im
Weidmoos überwinternden Silberreiher nutzen das Schilfdickicht
zur Nahrungssuche.
Vom ehemaligen Hochmoor ist im Weidmoos
nur mehr ein kleiner Rest im Süden des Gebietes erhalten
geblieben. Der zentrale Bereich dieser Flächen stellt
auch heute noch ein typisches Hochmoor dar. In den Randbereichen
ist jedoch auch dieser Hochmoorrest durch die Entwässerung
des Gebietes bereits stark „verheidet“.
Die Streuwiesen stellen für viele
im Weidmoos vorkommenden Vogelarten wichtige Lebensraumelemente
dar. Brachvögel, die auf den umliegenden Wiesen brüten,
suchen hier nach Nahrung. Für Kiebitze sind sie sehr
gute Brutflächen. Die Streuwiesen werden nach Ende des
Torfabbaues regelmäßig gemäht (einmal jährlich
im Herbst), um das Zuwachsen der Flächen zu verhindern.
Nach der Aufgabe des Torfabbaus haben sich
mehr oder weniger ausgedehnte Weidengebüsche gebildet,
die heute ein wichtiges Lebensraumelement für viele Vogelarten
bilden. Obwohl Blaukehlchen ihre Nester am Boden bauen, bilden
die schilfdurchsetzten Weidengebüsche einen wichtigen
Bestandteil ihres Lebensraumes.
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